IDERO
Intelligente Demontage und Entkernung als Rohstoffquelle
IDERO untersucht, wie man Bausubstanz und Technik in Altgebäuden als wertvolle Rohstoffquelle nutzen kann. Damit Bauunternehmer bei der Planung den Nutzen, Aufwand und die Risiken beim Rückbau besser einschätzen können, entwickeln die Partner im Forschungsvorhaben ein intelligentes, sensor- und computergestütztes Erfassungssystem für Altgebäude. Dieses System „blickt“ auch durch Wände und hilft so, die im Altgebäude verborgenen Ressourcen möglichst sicher und nachhaltig zu verwerten.
1. Thema und Ziele von IDERO
Im Forschungsvorhaben IDERO erforschen Wissenschaft und Unternehmen gemeinsam die Erschließung der Gebäudetechnik und -Infrastruktur in Altgebäuden als Quellen für Sekundärrohstoffe wie Altmetalle, Glas und Kunststoffe Das Projekt fokussiert sich dabei auf die Demontage und Entkernung der Altgebäude. Dabei fällt eine große und von Raum zu Raum variierende Vielfalt an Materialien an sowie zum Teil noch funktionsfähige Bauteile und Anlagen, die je nach Reinheitsgrad oder Zustand unterschiedlich großen Wert haben. Damit ein Bauunternehmen den Nutzen und Aufwand bei Demontage und Entkernung trotz der Komplexität möglichst genau abschätzen kann, wird im Projekt ein intelligentes, sensor- und computergestütztes Primärsurvey für entrümpelte Gebäude und Räume entwickelt. Dieses erfasst auch die technische Gebäudeausstattung in den Wänden und dient als Grundlage für ein Rückbau- und Entsorgungskonzept. Ziel ist es, den Inhalt der anthropogenen Lager im Altgebäude nachhaltiger und optimal zu verwerten sowie Risiken durch Schadstoffe und Emissionen besser zu bewerten.
2. Innovation durch Kombination
Das Primärsurvey ist eine Kombination aus Sensorsysteme und IT-Werkzeugen zur Erfassung und Auswertung von Daten zu Altgebäuden sowie einer Informationsplattform für die Grundlagenermittlung, auf der die erhobenen Daten zu einem digitalen Abbild der jeweiligen Objekte kombiniert werden. Mithilfe künstlicher Intelligenz und digitalisierten Erfahrungswissen lassen sich auf dieser umfassenden Datengrundlage detaillierte Rückschlüsse auf das Rückbaupotenzial für Urban Mining ziehen. So lassen sich die visuellen Vermessungsdaten, textbasierten Stammdaten und das Kontextwissen dazu verwenden, auf potentielle Sekundärmaterialien in der Bausubstanz zu schließen, mögliche Risiken wie Schadstoffe im Vorhinein zu identifizieren und die Vorplanung bei der Erstellung eines Verwertungs- und Rückbaukonzeptes zu unterstützen. Beispielsweise werden Formulare für Bestandsaufnahme und Schadstoffkataster automatisiert ausgefüllt und geeignete Dienstleister für Verwertung und Entsorgung der Materialien in der Umgebung des Objektes identifiziert.
3. Ziel ist eine optimierte Grundlagenermittlung und Vorplanung bei Rückbau- und Sanierungsvorhaben
Der Fokus des Projekts liegt auf der Entwicklung des Primärsurveys. Dieses ermöglicht einen zweckmäßigen, umfassenden und komfortablen Wissenstransfer zu Planern und Entscheidungsträgern in Rückbau- und Sanierungsprojekten. Das Wissen entsteht aus der Kombination von Daten und Informationen aus Sichtung, Vermessung, Beprobung und Modellierung von Altgebäuden sowie aus der Prüfung relevanter Regularien, Entsorgungswege und Verwertungsmöglichkeiten. So unterstützt das System die Beteiligten bereits in der Vorplanung der Rückbaumaßnahmen. Ziel des Forschungsvorhaben ist Vermessungsingenieure, Architekten und Planer zu befähigen, Möglichkeiten zur Verwertung von Sekundärrohstoffen und technischen Anlagen zu finden. Diese können dann im Sinne eines Urban Mining mit finanziellen Anreizen und passenden Re-X-Strategien möglichst effektiv in eine Kreislaufwirtschaft überführt werden. Zusätzlich ermöglicht das Primärsurvey kostenintensive Risiken bei der Bestandsaufnahme zu identifizieren und in der Vorplanung punktgenau zu adressieren, damit diese die Durchführung der Rückbaumaßnahmen nicht verzögern.
Fördermaßnahme
„Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft - Urban Mining: Erschließung anthropogener Lager als Rohstoffquelle“ im Rahmen der Strategie zur Forschung für Nachhaltigkeit (FONA)
Projekttitel
Intelligente Demontage und Entkernung als Rohstoffquelle
Laufzeit
01.11.2025– 31.101.2028
Förderkennzeichen
033R419A
Fördervolumen des Verbundes
1.490.000 €
Kontakt (des Verbundkoordinators)
Mathias Vorbröcker
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung IFF
Abteilung Energiesysteme und Infrastrukturen
Digitale Systeme für industrielle Prozesse und Anlagen
Sandtorstr. 22, 39106 Magdeburg
Telefon: +49 (0) 391 40 90 732
E-Mail: mathias.vorbroecker@iff.fraunhofer.de
Projektbeteiligte (alle Partner, die BMFTR-Förderung erhalten)
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF; SCHIELICKE BAU Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH; bgis Kreative Ingenieure GmbH
Internet
IMPRESSUM
Herausgeber
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Referat Ressourcen, Kreislaufwirtschaft; Geoforschung
53170 Bonn
Stand
02 2026
Redaktion und Gestaltung
Projekt IDERO; Projektträgerschaft Ressourcen und Nachhaltigkeit
Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH
Bildnachweis
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bmbf.de