Re-X-Beton
Befähigung der Betonindustrie zur Kreislauffähigkeit von Baustoffen
Im Projekt Re-X-Beton wird mithilfe des zu entwickelnden „Recycling Hub Assistant“ eine digitale Lösung geschaffen, die den Lebenszyklus von Recycling-Baustoffe transparenter gestaltet und den Einsatz in der Baupraxis erleichtert. Denn obwohl der Einsatz von Recycling-Baustoffen großen Potenzial zur Ressourcenschonung im Bauwesen bietet, werden sie wenig genutzt. Ursache dafür sind regulatorischen Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit bei fehlender Vernetzung von Prozessen und Daten.
Mehr Akzeptanz für Recycling-Baustoffe durch digitale Vernetzung von Akteuren der Bauwirtschaft
Um den hohen Rohstoffbedarf der Bauwirtschaft langfristig zu decken, ist ein deutlich stärkerer Einsatz von Recycling-Baustoffen erforderlich. In der Praxis wird dieser jedoch durch unzureichend aufeinander abgestimmte Prozesse und Daten entlang der Wertschöpfungskette – vom Rückbau über die Aufbereitung bis zur Herstellung – erschwert. Hinzu kommen aufwendige Dokumentationsanforderungen als weiteres Hemmnis.
Zur Erhöhung der Akzeptanz und des Einsatzes von Recycling-Baustoffen im Bauwesen ist eine transparente Vernetzung der beteiligten Akteure erforderlich, bei der durchgängige Materialinformationen und eine vollständige Dokumentation über Herkunft, Eigenschaften und Verwendung der Materialien sicherstellt ist.
Im Projekt Re-X-Beton wird daher das Ziel verfolgt, Datenauswertung und Datenaustausch gezielt zu optimieren. Dazu wird ein webbasiertes Assistenzsystementwickelt, das relevante Informationen entlang der Wertschöpfungskette strukturiert zusammenführt, analysiert und den beteiligten Akteuren bereitstellt, um den Materialfluss zu unterstützen. Diese digitale Lösung wird die Akteure entlang der Prozesskette miteinander verbinden, Entscheidungsprozesse erleichtern und so den Einsatz von Recycling-Baustoffen im Bauwesen fördern.
Der Recycling Hub Assistant für transparente Recyclingprozesse und Datenaustausch
Zentrales Element von Re-X-Beton ist eine digitale Projektmappe, in der alle relevanten Projektdaten gebündelt und für alle Beteiligten transparent verfügbar sind. Ergänzend wird eine KI-gestützte Auswertung von Materialinformationen entwickelt, welche die Eigenschaften der anfallenden Materialien analysiert und deren wirtschaftliche sowie nachhaltige Wiederverwendbarkeit bewertet. Alle entwickelten Teillösungen werden in dem webbasierten Assistenzsystem „Recycling Hub Assistant“ zusammengeführt, dass die Akteure entlang der Wertschöpfungskette in geführten Prozessen unterstützt und gleichzeitig eine automatische, konsistente Dokumentation aller relevanten Schritte ermöglicht.
Methodisch basiert das Projekt auf einer engen Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren aus Praxis und Forschung. In einem ersten Schritt werden Anforderungen, Datenbedarfe und Prozessabläufe entlang der Wertschöpfungskette analysiert. Darauf aufbauend werden das Assistenzsystem, die digitale Projektmappe und die KI-gestützten Analysefunktionen konzipiert und technisch umgesetzt. Anschließend werden die entwickelten Lösungen in realitätsnahen Demonstrationen getestet, gemeinsam mit Anwendern evaluiert und schrittweise optimiert.
Ergebnisse für Praxis, Umwelt und Wirtschaft
Im Projekt Re-X-Beton wird ein funktionsfähiger Prototyp des „Recycling Hub Assistant“ entwickelt. Das System unterstützt den Recyclingprozess digital, verbessert den Datenaustausch und schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette. Mit der Einführung des Assistenzsystems werden eine höhere Ressourceneffizienz, geringere Fehlerquoten, reduzierte Bearbeitungs- und Dokumentationsaufwände sowie ökologische und ökonomische Vorteile durch effizientere Prozesse erwartet. Die Ergebnisse richten sich an die gesamte Wertschöpfungskette der Bau- und Recyclingindustrie.
Der Lehrstuhl IPEM der Universität Siegen koordiniert das Projekt und verantwortet die Datenharmonisierung sowie die ökologische und ökonomische Bewertung. Holcim Kies und Splitt GmbH stellt den industriellen Anwendungsfall, die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH übernimmt Validierung und Wissenstransfer. Das WZL der RWTH Aachen entwickelt datenbasierte Bewertungskonzepte.
Fördermaßnahme
„Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft - Urban Mining: Erschließung anthropogener Lager als Rohstoffquelle“ im Rahmen der Strategie zur Forschung für Nachhaltigkeit (FONA)
Projekttitel
Re-X-Beton - Re-X-Befähigung der Betonindustrie durch ein datendurchgängiges, intelligentes Assistenzsystem „Recycling Hub Assistant"
Laufzeit
01.11.2025– 31.10.2028
Förderkennzeichen
033R427B
Fördervolumen des Verbundes
887.615 €
Kontakt (des Verbundkoordinators)
Prof. Dr.-Ing. Peter Burggräf, MBA
Universität Siegen | Lehrstuhl International Production Engineering and Management (IPEM)
Siegener Str. 152 | 57223 Kreuztal
Telefon: +49 271 740 2630
E-Mail: sekretariat.ipem@uni-siegen.de
Projektbeteiligte (alle Partner, die BMFTR-Förderung erhalten)
Lehrstuhl IPEM der Universität Siegen (IPEM); Holcim Kies und Splitt GmbH (HKS); SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH (SDFS); WZL der RWTH Aachen (WZL) || Assoziierte Partner: Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e. V.; Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e. V.; OTTO QUAST Bau AG; Hering Gruppe
Internet
IMPRESSUM
Herausgeber
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Referat Ressourcen, Kreislaufwirtschaft; Geoforschung
53170 Bonn
Stand
Januar 2026
Redaktion und Gestaltung
Projekt Re-X-Beton; Projektträgerschaft Ressourcen und Nachhaltigkeit
Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH
Bildnachweis
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bmftr.bund.de